Es war wohl eine der schwierigsten Generalversammlungen der Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land. Durch den tödlichen Unfall des Präsidenten Stefan Dubach musste sich der Verband neu aufstellen und wählte Vizepräsident Ivan Tschopp aus Hochdorf als neuen Präsidenten.


 «Ein Schatten hat sich über unseren Verband gelegt, so wie der Schnee heute die Landschaft bedeckt.» Mit diesen Worten eröffnete Ivan Tschopp als Vizepräsident die 78. Generalversammlung von Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land in der Schlossschür in Willisau.

Die Erinnerung an Stefan Dubach, der tragisch aus dem Leben gerissen wurde, aber bleibe und sein grosses Wirken für den Verband, dem er seit 2006 als Vorstandsmitglied angehörte
und seit 2012 präsidierte, ist in allen Themenbereichen sicht- und spürbar.

Gegen 100 Mitglieder und Gäste verabschiedeten sich von ihrem Präsidenten in einer würdigen Feier, wobei einem das rhythmische Hämmern des traditionellen Feierabendklopfens der acht Vorstandskollegen nahe ging, währenddessen das Feuer wärmte und den Anwesenden Kraft und Zuversicht schenkte.

 

Ivan Tschopp (rechts) ist der neue Präsident der Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land.

Mensch steht im Zentrum

Diese Zuversicht nahm Ivan Tschopp mit in die Abhandlung der statuarischen Geschäfte und konnte diese zügig erledigen, auch die Jahresrechnung 2018 und das Budget 2019 wurden einstimmig angenommen. Im Turnus von vier Jahren standen die Wahlen an. Ivan Tschopp stellte sich für das Amt des Präsidenten zur Verfügung und wurde mit grossem Applaus gewählt. Er betonte, dass er sich als neuer Präsident für die Anliegen der Holzbauer einsetzen werde, dies vor dem Hintergrund von Herausforderungen wie Digitalisierung, Industrie 4.0, Globalisierung, Klimawandel oder Work-Life-Balance.

Auch ihm sei es eine Herzensangelegenheit, junge Leute für den Beruf des Zimmermanns zu begeistern, was der Verband mit seiner im dritten Jahr laufenden Berufsmarketingkampagne AGENT WOOD aktiv anpacke.

Trotz der Technik, der Digitalisierung und der Maschinen steht für den neuen Präsidenten aber der Mensch im Zentrum – ein guter Austausch untereinander sei wichtig, die Kontakte müssen gepflegt werden, und es gelte auch, obwohl man zueinander im Wettbewerb stehe, mit Anstand und Fairness zu geschäften. Die markante Entwicklung des Holzbaus in den letzten 20 Jahren sei nur möglich geworden dank der Zusammenarbeit aller und auch über die Branche hinaus. «Seid stolz auf den Beruf Zimmermann», rief Ivan Tschopp zum Schluss seiner Antrittsrede die Hölzigen auf.

Abschied von Beat Haupt

Beat Haupt aus Ruswil, der 22 Jahre Vorstandsarbeit leistete und davon fünf Jahre als Präsident, wurde für seine wertvolle Arbeit die Ehrenmitgliedschaft von Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land verliehen. Als Nachfolger wurde Peter Henggeler von Schongau mit Applaus in den Vorstand
gewählt.

Leidenschaft für das Holz

Nach dem anschliessenden Apéro und Abendessen in der Schlossschür wurden die erfolgreichen Diplomanden Holzbau-Vorarbeiter, Holzbau-Poliere und Holzbau-Techniker HF. Die jungen Männer strahlten einen grossen Berufsstolz aus und sind nun gerüstet für Kader- und Führungsaufgaben in den Holzbauunternehmungen. Den Abschluss des Abends bildete das eindrückliche Referat von Skirennfahrerin und Olympia-Siegerin Dominique Gisin, welche die Geschichte ihrer Karriere und aller Rückschläge sehr persönlich und engagiert schilderte. Sie ermunterte die aufmerksame Zuhörerschaft dazu, ihren eigenen Weg zu gehen, dem Bauchgefühl zu vertrauen und die Leidenschaft zu leben. Dass die Hölzigen ihre Leidenschaft für das Holz jeden Tag leben, zeigte die 78. Generalversammlung von Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land deutlich auf.
(^pd/ Melanie Brunner)