186 Zimmermanns-Lehrlinge aller vier Lehrjahre zeigten in der Aula des Gewerblichen Bildungszentrums Weinfelden ihre kreativen Modelle. Diese zeugen von der grossen Freude am Beruf. Am Samstag war die Rangverkündigung.


 

Anlässlich der Rangverkündigung und Preisverleihung wurden die Besten jedes Lehrjahrs ausgezeichnet:

Note 5.9 EFZ:

1. Lehrjahr: Davin Hossmann, Wiesli Holzbau AG

2. Lehrjahr: Nick Oberhänsli, Kämpf Thomi Holzbau AG, un  Gabriel Stutz, Appert Holzbau AG

3. Lehrjahr: Adrian Epper, Zimmerei Nägeli AG

4. Lehrjahr: Baptist Knechtle, Fecker Holzbau AG

Note 5.8 HBA:

1. Lehrjahr: Gian Mühlemann, Fuchs Holzbau AG                          

2. Lehrjahr: Benedikt Gerig Brühwiler Sägewerke AG

 

Manuel Hofer: «Ich habe mir in meiner Lehrzeit genügend Wissen angeeignet.»

Modelle von Dachkonstruktionen, Treppen, Riegelwänden, Elementecken und Verbindungen können im Gang und in der Aula des Berufsbildungszentrums Weinfelden bestaunt werden. Stolz steht Viertjahrlehrling Manuel Hofer vor seinem Walmdach mit Gratsparren und Kehlbrett. Auf dem Holz klebt ein blauer Punkt: Bewertung «sehr gut plus». Er absolviert seine Lehre bei der Paul Baumgartner AG in Ettenhausen und schmunzelt: «Aus dem Hinterthurgau kommen die besten unserer Branche».

Der junge Berufsmann ist zum vierten Mal an dieser Ausstellung dabei und hat an vier Samstagen je acht Stunden in seinem Lehrbetrieb daran gearbeitet. Die Minimalanforderungen für sein Modell beinhalteten einen Grat- oder einen Kehlsparen, einen Normalsparen und einen Schrägsparen oder Schrägschifter.

«Den Grundrissplan und einen Plan mit allen Austragungen habe ich in der Berufsschule innerhalb von vier Stunden gezeichnet», sagt der Lehrling. Der Bau des Modells bedingte ein sorgfältiges Arbeiten auf einen halben Millimeter genau. Holz, Werkzeug und Maschinen hat ihm sein Lehrbetrieb zur Verfügung gestellt. «Ich brauchte keine Unterstützung mehr, denn ich habe mir während meiner Lehrzeit genügend Wissen angeeignet», erklärt der Lehrling selbstsicher.

Für die Herstellung des Modells hat er Dimensionen der Hölzer gewählt, die denjenigen der bevorstehenden Lehrabschlussprüfung entsprechen. «Dort will ich das Diplom erreichen und nach der Rekrutenschule plane ich die Ausbildung zum Vorarbeiter.

 

Die drei Besten dürfen zur Messe HOLZ 2019 nach Basel

Gemäss Berufsschullehrer Christoph Frieden sind die Modelle von:

um an der eidgenössischen Modellbauausstellung an der Branchenmesse HOLZ 2019 ausgestellt zu werden. «Ich bin positiv überrascht von der Vielfältigkeit und der Kreativität der Modelle und die Qualität ist konstant auf hohem Niveau», bilanziert Frieden die Arbeiten. Fünf von ihnen bewertete die Jury mit «ausgezeichnet», 15 mit «sehr gut plus», 23 mit «sehr gut» und 41 mit «gut».

Peter Schwarz, Bildungsverantwortlicher bei der Sektion Thurgau Holzbau Schweiz, durfte zur Rangverkündigung zahlreiche Eltern, Freundinnen, Freunde und Lehrmeister begrüssen: «Zum schönsten Beruf der Welt gehört der Modellbau schon seit jeher zur Ausbildung». Er bezeichnete das Holz als Werkstoff der Zukunft und zeigte sich überzeugt davon, dass dafür gut ausgebildete Fachleute notwendig sind. Seine Erfahrung zeigt: Holz geht in die Höhe und bereits werden auch Hochhäuser mit Holz gebaut.

Marco Kägi: «Das war eine gute Vorbereitung für die Lehrabschlussprüfungen»

Ebenfalls ein blauer Punkt leuchtet auf dem Modell von Marco Kägi, Lernender bei Martin Zuber Holzbau AG in Dussnang. Es stellt ein Walmdach mit schräger Traufe und mit einem Verfallsgrad dar. «Ich habe an sieben Samstagen jeweils während sieben Stunden daran gearbeitet und die Pläne in der Berufsschule und im Lehrbetrieb gezeichnet», lautet sein Fazit.

Für ihn war beim Bearbeiten der kleinen Hölzchen die Sicherheit ein Thema. Sein Lehrmeister hat ihm vorgegeben, wie das Modell am Schluss aussehen sollte. Als grosse Herausforderungen bezeichnet Kägi das feine und saubere Arbeiten und das Vorstellungsvermögen. Insbesondere das Austragen und Anreissen bezeichnet er als gute Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung. Er plant, nach der Durchdiener-Rekrutenschule den Eintritt in die Vorarbeiterschule oder das Absolvieren der Berufsmittelschule. «Ich habe schon als Schüler zusammen mit meinem Vater, ein Zimmermann, auf den Baustellen gearbeitet und für mich war die Berufswahl klar», erklärt der Viertjahrlehrling.

(^pd/sd)